Glasmaler-Experte Martin Halter: sachdienliche Hinweise und Beobachtungen zum Thema Glasmalerei
Bei jeder Thematik entwickeln sich innerhalb eines bestimmten Tätigkeitsbereiches, auch zuweilen Unzulänglichkeiten, welche z.B. einer bestehenden Original-Substanz unbeachtete Schäden zuführen. Insbesondere werden bauphysikalische Aspekte zur Umsetzung von Schutzverglasungen für Glasmalereien in Bauten (Fenster) im Voraus unsensibel beachtet. Daraus ergeben sich vielfach bereits nach kurzer Zeit, dass kostspielige Nachsanierungen in Auftrag gegeben werden müssen... info@glasmalkunst.ch
Expertisen zum Beispiel im bauphysikalischen Bereich, dort wo Vieles ganz einfach missachtet oder vergessen wird, benötigt es dringlich eine Aufklärung... denn vielfach bilden sich gerade in diesem Zusammenhang grosse Schäden an der Original-Substanz im Bau.
Es
bleibt immer wieder erstaunlich, mit welch inszenierter
Behauptung, man IV-Verglasungssysteme in Kombination mit integrierten
Bleiverglasungen oder Glasmalereien anbietet. Da wird ganz einfach das bauphysikalische Problem völlig ignoriert! Spätetens nach den ersten 5-Jahres-Garantie-Zeit (nach SIA-Norm), beginnen sich die Probleme zusehends nach und nach zu manifestieren. Im Klartext zeigen sich vielfach erste Kondensat-Ablagerungen auf den Innen-Glasflächen (IV-Zwischenfang). Sehr viele Fragen
bleiben bei solch angepriesenen Systeme unbeantwortet... wie oder welche Korrekturlösiungen, sind in einem solchen Fall zu erbringen? was ist zu tun? Anfragen: info@glasmalkunst.ch
In
Ergänzung - ein aufschlussreicher Hinweis betr. Einbau von
Glasmalereien oder Bleiverglasungen - lassen Sie sich vorher jeweils
situativ beraten:
Die bauphysikalischen Bedingungen und Begleiterscheinungen werden vielfach ignoriert!
Es
werden Doppel-Verglasungssysteme angeboten und umgesetzt, ohne sich der
Verantwortung bewusst zu bleiben, inwiefern man hier und dort mit einer
völlig unausgewogenen Nachhaltigkeit riskieren möchte. - Der
Auftraggeber /die Auftraggeberin soll sich dann - nach ca. 5 - 10
Jahren - selbst mit den daraus resultierenden Mängeln und Schädigungen
an der Substanz auseinandersetzen. Wenn überhaupt eine schriftliche Garantie vorliegen sollte, gilt eine solche höchstens für 5 Jahre (nach SIA Norm). Bleiverglasungen oder Glasmalereien
in IV-Verglasungen zu integrieren, hat nicht wirklich eine Zukunft!
Zudem ist aus ästhetischer Sicht, eine eher befremdliche Spiegelung beim
Durchblick solcher Fenster-Kombinationen zu erwarten. Insbesondere tritt
eine Spiegelung bei den Bleiprofil-Netzführungen und bei dunkel
eingefärbten Glasteilen störend in Erscheinung.
...dabei ist vieles 'infrage' zu stellen...
Die
Behauptung, jede Bleiverglasung könne im Zwischenfang einer IV-Verglasung
eingebaut werden, kann eigentlich nur als halbe Tatsache gelten. Denn im Detail
gibt es gleich mehrere Eigenschaften, welche bei dieser Thematik gerne
ausgeblendet werden. In der Realität wird der Ausdehnungskoeffizient zwischen einer
Floatglas-Fläche und einer Bleiverglasung nicht wissentlich berücksichtigt.
Eine Bleiverglasung ist weder statisch noch starr und reagiert auf die
Erhitzung im Zwischenfang, durch die Einstrahlung der Sonne anders, als eine
ganzheitliche Float-Glasfläche. Je nach Zustand und Verarbeitungstechnik einer bestehenden
Bleiverglasung, kann sich diese in ihrer Dimension ausdehnen. Dies
erzeugt einen unkontrollierbaren Druck auf das verwendete Dichtungsmaterial am
Randabschluss. Man muss örtlich – lange unbemerkt - mit kleinen Rissbildungen
rechnen. - Wenn es in Herbst und
Winter draußen kälter wird, bilden sich auf dem Fensterrahmen oft kleine
Wassertropfen. Solche Kondensat-Ansammlungen können gegebenenfalls durch die
Rissbildungen beim Dichtungsmaterial in den Zwischenfang gelangen. Daher
werden die Fenster auch innenseitig beschlagen, trotzdem dass bei der vormaligen
Fenstersanierung, dieser Zwischenraum mit hochwertigem Edelgas (Argon) aufgefüllt
wurde. Das Ganze entwickelt sich weiter, nach und nach füllt sich dieser Zwischenraum
der beiden Floatgläser bis zu einem stehenden Wasserpegel (siehe Abb. A). Diese verbleibende
Wasseransammlung verursacht Schäden an der mittig eingebauten Bleiverglasung
(Bleiprofile oxidieren, es entstehen irreversible Kalkablagerung auf den
innenseitigen Glasflächen und der Fensterholzrahmen wird ebenso nach und nach
in Mitleidenschaft gezogen).
Es gibt aktuell andere Montage-Systeme,
welche jeweils auf die Bedürfnisse ausgerichtet werden (ohne zusätzlich
bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen) und trotzdem die
bauphysikalischen Aspekte vollumfänglich repektieren; inkl. zusätzlich
eine Service-Freundlichkeit (für Wartung oder im Bedarfsfall von
Reparaturen) gewährleisten!
In
mobile Metallrahmen-Einheiten eingebaut und in gering rückversetzten
Verband fix montiert auf die Trageisen (kleine Distanz zur
Aussenverglasung mit gewährter Hinterbelüftung, um
Kondensat-Ablagerungen auf den Innen-Glasflächen zu vermeiden. Eine vor
das Fenster oder vor einer Türe montierten Glasmalerei oder
Bleiverglasung, sollte sich stets beidseitig belüftet repräsentieren
(Beispiel Abb. unten, bei diesem System verbleibt die
Service-Freundlichkeit für Wartungsarbeiten gewährt). KontaktWeitere Info
Fazit:
die Montage einer Bleiverglasung oder Glasmalerei (auf die gesamte
Licht-Dimension) bei einem Fenster, sollte Innenseitig mittels eines mobilen
Rahmens (identisches Lichtmass), leicht nach innen rückversetzt projektiert und
umgesetzt werden (auch damit eine Hinterbelüftung gewährleistet bliebe, um
allf. Kondensat-Ablagerungen verdunsten zu lassen). Die Montage eines
Metallrahmens mit eingebauter Bleiverglasung oder Glasmalerei, weist
allumfassende Vorteile auch für die Wartung auf (Reinigung, Reparaturen, etc.)
Im Moment eine angespannte Situation: im Zeitgeist der Gegenwart - gerade eben, soll durch eine EU-Expertenkommission in naher Zukunft entschieden werden, ob überhaupt noch die Verwendung von Bleiprofilen
in den Glasmaler-Werkstätten, zur Ausübung ihres Berufes zu erlauben
sei oder ob dies mit einem EU-Parlamentsbeschluss in Zukunft zu
verbieten sei!?
Das Drei-Generationen-Glasmaler-Atelier HALTER ist seit Oktober 2023 im SIKART Lexikon dokumentiert /registriert (SIKART
Lexikon zur Kunst in der Schweiz ist ein Lexikon des Schweizerischen
Instituts für Kunstwissenschaft zur historischen und zeitgenössischen
Kunst in der Schweiz).
Atelier
für Glasmalkunst - Ihr Spezialist für Kirchenfenster-Reparaturen
Das
Atelier für Glasmalkunst in Bern besteht bereits seit über 100 Jahren und wird
heute in 3. Generation von Martin Halter geführt. Wir bieten unseren Kunden ein
breites Spektrum an Lösungen und Leistungen rund um Glasmalerei und Glaskunst.
Dazu zählen auch Kirchenfenster und Kirchenfenster-Reparaturen.
Die
Wiederherstellung wird von uns mit grösster Sorgfalt durchgeführt. Wir
verschaffen uns zunächst ein Bild von dem eingetretenen Schaden, um über die
beste Vorgehensweise zu entscheiden. Wenn Kleben nicht möglich ist, fertigen
wir bei kleineren Schäden eine identisch aussehende Ersatzkopie. Auch grössere
beschädigte Fensterflächen können von uns fachgerecht ersetzt werden. Wir
orientieren uns dabei ganz eng am Original. Wichtig ist, Schäden stets zeitnah
zu reparieren, damit sie sich nicht vergrössern oder noch weitere benachbarte
Glasteile in Mitleidenschaft gezogen werden.
Wir
kümmern uns auch um die Kirchenfenster-Wartung. Die Wartung ist die beste Massnahme,
um Schäden an Kirchenfenstern und damit nötigen Kirchenfenster-Reparaturen
vorzubeugen. Zentraler Bestandteil ist neben einer gründlichen Inspektion die
Kirchenfenster-Reinigung. Im Lauf der Zeit bilden sich auf den Fensterflächen
innen und aussen Ablagerungen - durch Umwelteinflüsse, Luftverschmutzung,
Feuchtigkeit, Korrosion, Heizungseffekte oder Kerzenrauch. Darunter leidet
gerade bei Buntglas die Farbbrillanz und es können nachhaltige Schäden
entstehen.
Wir
führen eine sorgfältige, schonende und effektive Reinigung nach speziellen
Verfahren durch. Sie umfasst sowohl Innenreinigung als auch Aussenreinigung.
Die Kirchenfenster behalten so ihre ursprüngliche Leuchtkraft. Eine Wartung
sollte spätestens alle 10 bis 20 Jahre durchgeführte werden. Wir stehen dafür
ebenso wie für Kirchenfenster-Reparaturen gerne zur Verfügung.
Ein
Glasmaler-Restaurator muss vieles beachten. Gerade bei historisch wertvoller
Glasmalerei geht es darum, einerseits den Ursprungszustand wieder herzustellen,
andererseits das Original möglichst weitgehend zu erhalten und nicht zu
verändern. Das ist eine Gratwanderung für jeden Glasmal-Restaurator.
Grundsätzlich
gilt Glasmalerei im Vergleich zu anderen gemalten Kunstwerken als äusserst
beständig, was die Farbwirkung und Brillanz betrifft. Eine Gefahr droht von
möglichen mechanischen Einflüssen auf die Substanz (Wind, Wetter oder auch
Vandalismus). Mit am schädlichsten ist aber Kondenswasser. Es bildet sich im
Kirchen-Inneren und lagert sich auf den Glasfenster-Oberflächen ab. Lange Zeit
unbemerkt führt es zu erheblichen Korrosionsschäden. Es handelt sich um einen
Zersetzungsprozess, der an die Substanz geht und letztlich zerstörerisch wirkt.
Solche Schäden stellen vielerorts ein besonderes Problem dar. Häufig wird die
Korrosion noch durch unsachgemässe, aus Energieeffizienz-Gründen angebrachte Aussenschutz-Verglasungen
verstärkt. Ohne eine gute Zwischenfang-Belüftung werden Kirchenfenster mit
Aussenschutz-Verglasungen im Lauf der Zeit zwangsläufig in Mitleidenschaft
gezogen.
Es
gibt inzwischen weitaus verlässliche Lösungen, wie man die Original-Substanz
eines Farbfensters erfolgreich erhalten kann, ohne die Energiewirkung zu
beeinträchtigen. Referenz-Nachweise und Beratung zu diesem Themenbereich bietet
Ihnen gerne Martin Halter.
Jede
Epoche verwendete für Glasmalerei ihre eigenen Materialien und unterschiedliche
Verarbeitungstechniken. Bei jedem festgestellten Schaden ist daher zunächst
eine seriöse Abklärung der Herstellungsweise des Glasfensters und der
Glasmalerei erforderlich. Je nach Situation muss sowieso die Kantonale
Denkmalpflege einbezogen werden - sie entscheidet mit, wie genau eine
Restaurierung am geschädigten Werk umzusetzen ist.
Auch eine Realität - die Glasmalerei wird nicht einzig durch Witterungseinflüsse und Alterung bedroht...
Martin Halter, gelernter Glasmaler /Kunstglaser EFZ und Glasmaler-Restaurator IER mit über 50jähriger Berufserfahrung - aktiv in dritter Generation Die aus Wissenschaft und von der Denkmalpflege
vertretenen Richtlinien zu empfohlenen konservatorischen Massnahmen, an
einer in Mitleidenschaft geratenen Bleiverglasung oder Glasmalerei,
lenken vielfach vom eigentlich ursprünglichen Sachverhalt ab. Bevor man eine Schädigung am betreffenden Objekt
analysiert hat und die genauen Erkenntnisse über die Umstände noch
ungeklärt bleiben, möchte man aber bereits die Auflagen für eine
Instandstellung oder Sicherung im Voraus festgelegt haben: insbesondere
die Annahme, welche im Interesse eines schützenswerten Objektes zu
erfolgen hätten, wären grundsätzlich nach dem Motto - nur so viel wie
nötig und so wenig wie möglich – auszuführen. Unter einer solch
widersprüchlichen Doktrin, wurden in der Vergangenheit und bis heute,
oftmals sehr fragwürdig ausgerichtete Massnahmen in die Wege geleitet
und durch Historiker begleitend angeordnet. Aber leider nicht selten zum
Nachteil einer schützenswerten Glasmalerei oder Bleiverglasung. Weil
bei den jeweiligen Realisierungen, selbst prioritär zweckdienliche
Massnahmen unterlassen oder ganz einfach vergessen wurden.
Louis, Eugen und Martin Halter Atelier in Bern
Martin Halter, gelerneter Glasmaler/Kunstglaser EFZ + Glasmaler-Restaurator IER
Vertreter der dritten und letzten Generation dieses Berner Ateliers - gegründet 1916
"Es ist nicht genug, dass man verstehe, den Aktivitäten zum Schutz und Erhalt von Glasmalerei Daumenschrauben anzulegen; man muss endlich verstehen lernen, wenn sie selber etwas über ihre Befindlichkeiten und Erfahrungen im Jetzt aussagt." An vorderster Front zeigen sich in der Praxis immer
wieder neue Beispiele, wie durch vorschnelle Entscheidungen, ohne auf
praxiserprobte Verbindlichkeit zu achten, sich nach relativ kurzer Zeit
erneut eine zwingende Korrekturmassnahme aufdrängt. Eine solch zu
überprüfende Notwendigkeit steht daselbst meistens nicht mehr im
Vordergrund, denn nach Abschluss einer ausgeführten Sicherungs- oder
Restaurationsmassnahme wurde ja eine datierte Dokumentation erstellt und
archiviert. Welche nun als Nachweis ausreichen sollte, sich um dieses
Objekt nicht mehr sonderlich kümmern zu müssen.
Das komplexe Thema zum Erhalt und zur Sicherung von
historischen Erzeugnissen der originalen Glasmalkunst, steht durch
verschiedene falsch verstandenen Gegebenheiten und in-/offiziellen
Verlautbarungen unter Druck. Das Hauptproblem an einer gefährdeten oder
ungesicherten Original-Substanz wird meistens durch eine ungenügend
ausgerichtete Sensibilität im praxisnahen und ganzheitlichen Denken
überschattet. Die Konstellation von Mitgliedern, innerhalb einer
zusammengesetzten Entscheidungs-Kommission zu Restaurationsauflagen und –
vorgaben, übernimmt jeweils eine zentrale Rolle in der Verantwortung
wahr. Jedoch im Falle eines durch die Kommission beantragten
Fehlentscheides, worauf sich in kurzer Zeit, wieder eine neue negative
Veränderung an der Original-Substanz zeigen kann, bleiben die meisten
verantwortlichen Exponenten für die Öffentlichkeit unerkannt und niemand
wird sie je dafür belangen. Passend dazu zitiere man die Aussage eines
Historikers: „Fehlentscheide seien immer auch als herangewachsenes Ding
in der Historie in Betracht zu ziehen.“ Anstatt den Ursächlichkeiten dieses unrühmlichen
Zustandes nachzugehen, begnügt man sich in diesem Zusammenhang auf der
Basis von Halbwahrheiten zu verharren, um sich jeweils weiterhin mit
seiner eigenen Beliebigkeit arrangieren zu können. Das heisst, der
Willkür bleiben Tür und Tore weit offen, sich jeweils entsprechend
seiner Tagesform bei anstehenden Entscheidungen mit einzubringen. Niemand will wahrhaben, dass diese von mir
umschriebenen Zustände mehrheitlich dem aktuellen Zeitgeist entspricht,
was gleichsam für die Original-Substanzen bedeutet, dass diese somit
einer zusätzlich latenten Bedrohung, neben den uns bereits bekannten
prozessualen Alterungen ausgesetzt verbleiben. Die Distanz zum (Kunst-)Handwerk vergrössert sich
zusehends mehr. Durch eine überproportionale Verwissenschaftlichung im
Restaurationsbereich vieler Kunsthandwerke - aus eigener Erfahrung,
insbesondere auch bei schützenswerten Glasmalereien - wird der für die
Sicherstellung und der für den Erhalt zuständige Glasmaler und
Kunstglaser zunehmend mehr ausgegrenzt. So möchte man sich in der
Tendenz - bei einer in Mitleidenschaft gezogenen Glasmalerei - bloss mit
einer Bricolage begnügen, um so eine vermeintliche Sicherstellung zu
erwirken und will glauben, dass nun alles in bester Ordnung sei. In der Bedeutung von Bricolage wäre hier einmal mehr
anzumerken, wie dies zu verstehen ist: „Basteln, Heimwerken, auf eigene
Faust kleinere Reparaturen ausführen.“ - Bricoleur als Gegenbegriff zum Ingenieur verwendet,
um damit zwei unterschiedliche Denkansätze im Umgang mit Kultur zu
kennzeichnen: während der Ingenieur planmässig und rational an seine
Arbeit geht, und die richtigen Spezialwerkzeuge einsetzt, nimmt der
Bricoleur-Bastler alles, was ihm irgendwie zuhanden ist, um es zu seinen
Zwecken als Werkzeug umzufunktionieren und einzusetzen, ohne sich um
die Verwendung, die den Teilen eigentlich zugedacht war, zu scheren. Somit verbleibt heute auch die Glasmalerei zunehmend
einer ungewissen Zukunft ausgesetzt und niemand will dafür die
Verantwortung übernehmen, wie sich eben die berufsspezifischen
Aussichten und Gegebenheiten heute darzustellen vermögen und
weiterentwickeln. Was ebenso zu ergänzen bleibt: dem vermeintlichen
Nachwuchs, wurde aus falsch verstandenen Sozialisierungsmassnahmen (an
den Berufsschulen und teilweise in den Werkstätten), die Bewilligung zur
unabhängigen Ausbildung zum Kunstglaser vor zirka 2 Jahrzehnten
entzogen. Der Berufsauswahl will man Grenzen setzen, um das Spezifische
zu kanalisieren und möglichst flach zu halten. So hatten sich die
Verantwortlichen der Berufsbildung entschieden: in der noch z.Z.
möglichen Berufslehre zum Glasmaler – innerhalb 4 Jahren - würde man
einfach auf die Schnelle die Lernziele des Kunstglasers (gilt heute
nicht mehr als Berufslehre) auch noch integrieren können. Wie merkwürdig sich dies doch vernehmen lässt: die
vormals separaten Berufsausbildungen - zum Kunstglaser dauerte 3 Jahre
und die des Glasmalers 4 Jahre. Lernte man beide Berufe nacheinander,
wurde dem Lernenden bei der zweiten Lehre eine Kürzung von 1 – 2 Jahren
gewährt. Was sich in der Praxis auch bestens bewährte. Durch den heute geltenden Entscheid wurde der Berufsstand
bewusst in seiner Selbstbehauptung geschwächt. Heute werden in der
ganzen Schweiz aktuell noch 3 - 5 Lehrverhältnisse zum Glasmaler (auf 4
Lehrjahre verteilt) registriert. Die Mehrheit der Lehrabgänger*Innen entwickeln sich jedoch in eine andere Berufsausrichtung.
Die meisten Historiker-/Innen der Gegenwart setzen
sich auf den Standpunkt, die noch vorhandenen Berufsleute im Bereich von
Glasmalerei /Bleiverglasung (oder Kunsthandwerk im Allgemeinen), hätten
sich vordringlich als Befehlsempfänger bei anstehenden Problemen
anzubieten, um einzig ihren Empfehlungen – ohne wenn und aber –
beflissentlich nachzukommen und diese umzusetzen. Ein selbstständiges Engagement und
Beurteilungsvermögen eines Berufs-Glasmalers soll bei
lösungsorientierten Entscheidungen (innerhalb einer Kommission) für
Sicherungsmassnahmen an originaler Substanz nicht mehr von Bedeutung
sein. Mit anderen Worten, sollte sich heute ein bestens ausgewiesener
Glasmaler, mit einer langjährigen Erfahrung, einer für ihn
unzulänglichen Direktiven zu Sanierungsmassnahmen eines Historikers
widersetzen, würde diesem einfach den Auftrag entzogen, selbst wenn seine
berechtigte Kritik oder sein Änderungsvorschlag für eine bevorstehende
Sanierung der Wahrheit entspräche. Leider verhindert derzeit das personifizierte
hierarchische Denken eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe - zwischen dem
zuständigen Historiker (oder der Wissenschaft) und dem ausführenden
Glasmaler - gemeinsam eine Aufgabenerfüllung erfolgreich zu erzielen.
Bei der aktuellen Entwicklung betr. Einflussnahmen auf das noch bestehende Handwerk durch Wissenschaft und Denkmalpflege, werden im Umfeld derer Institutionen, seit 2 - 3 Jahren Kurse zur Weiterbildung für Kunsthandwerker angeboten. Das heisst auf diesem Wege solle eine Infiltration im Sinne der denkmalpflegerischen Gesetztmässigkeiten und Auflagen stattfinden, um schlussendlich den aktiven Handwerker gefügiger zu machen - sich einzig dem unfehlbar ausgerichteteten Dogma zu verpflichten.
In
Ergänzung - ein aufschlussreicher Hinweis betr. Einbau von
Glasmalereien oder Bleiverglasungen - lassen Sie sich vorher jeweils
situativ beraten:
Die bauphysikalischen Bedingungen und Begleiterscheinungen werden vielfach ignoriert!
Es
werden Doppel-Verglasungssysteme angeboten und umgesetzt, ohne sich der
Verantwortung bewusst zu bleiben, inwiefern man hier und dort mit einer
völlig unausgewogenen Nachhaltigkeit aufwarten möchte. - Der
Auftraggeber /die Auftraggeberin soll sich dann - nach ca. 5 - 10
Jahren - selbst mit den daraus resultierenden Mängeln und Schädigungen
an der Substanz auseinandersetzen. Bleiverglasungen oder Glasmalereien
in IV-Verglasungen zu integrieren, hat nicht wirklich eine Zukunft!
Zudem ist aus ästhetische Sicht, eine eher befremdliche Spiegelung beim
Durchblick solcher Fenster-Kombinationen zu erwarten. Insbesondere tritt
eine Spiegelung bei den Bleiprofil-Netzführungen und bei dunkel
gefärbten Glasteilen störend in Erscheinung.
...dabei ist vieles infrage zu stellen...
Die
Behauptung, jede Bleiverglasung könne im Zwischenfang einer IV-Verglasung
eingebaut werden, kann eigentlich nur als halbe Tatsache gelten. Denn im Detail
gibt es gleich mehrere Eigenschaften, welche bei dieser Thematik gerne
ausgeblendet werden. In Realität wird der Ausdehnungskoeffizient zwischen einer
Floatglas-Fläche und einer Bleiverglasung nicht wissentlich berücksichtigt.
Eine Bleiverglasung ist weder statisch noch starr und reagiert auf die
Erhitzung im Zwischenfang, durch die Einstrahlung der Sonne anders, als eine
ganzheitlich Float-Glasfläche. Je nach Zustand und Verarbeitungstechnik einer bestehenden
Bleiverglasung, kann sich diese dadurch in ihrer Dimension ausdehnen. Dies
erzeugt einen unkontrollierbaren Druck auf das verwendete Dichtungsmaterial am
Randabschluss. Man muss örtlich – lange unbemerkt - mit kleinen Rissbildungen
rechnen. - Wenn es in Herbst und
Winter draußen kälter wird, bilden sich auf dem Fensterrahmen oft kleine
Wassertropfen. Solche Kondensat-Ansammlungen können gegebenenfalls durch die
Rissbildungen beim Dichtungsmaterial in den Zwischenfang gelangen. Daher
werden die Fenster auch innenseitig beschlagen, trotzdem dass bei der vormaligen
Fenstersanierung, dieser Zwischenraum mit hochwertigem Edelgas (Argon) aufgefüllt
wurde. Das Ganze entwickelt sich weiter, nach und nach füllt sich dieser Zwischenraum
der beiden Floatgläser bis zu einem stehenden Wasserpegel (siehe Abb. A). Diese verbleibende
Wasseransammlung verursacht Schäden an der mittig eingebauten Bleiverglasung
(Bleiprofile oxidieren, es entstehen irreversible Kalkablagerung auf den
innenseitigen Glasflächen und der Fensterholzrahmen wird ebenso nach und nach
in Mitleidenschaft gezogen).
Es gibt aktuell andere Montage-Systeme,
welche jeweils auf die Bedürfnisse ausgerichtet werden (ohne zusätzlich
bauliche Veränderungen vornehmen zu müssen) und trotzdem die
bauphysikalischen Aspekte vollumfänglich repektieren; inkl. zusätzlich
eine Service-Freundlichkeit (für Wartung oder im Bedarfsfall von
Reparaturen) gewährleisten!
...in breit gefächerter Diversität ausgerichtet, somit an vielen Herausforderungen interessiert, thematisch die materialgerechte Umsetzung einer Einheit zu zuführen.